Der Forum Tower am Potsdamer Platz (heute auch bekannt als Potsdamer Platz 11) ist ein 70 Meter hohes Bürogebäude, das 1998 nach Plänen des italienischen Architekten Renzo Piano fertiggestellt wurde. Er ist zentral gelegen und zeichnet sich durch seine charakteristische Glasfassade aus. Seine gläserne Spitze weist elegant und präzise wie eine Kompassnadel auf den Potsdamer Platz.
Herr Baumgarten, Sie waren unter Renzo Piano maßgeblich an der städtebaulichen Entwicklung und dem Bau des DaimlerChrysler Areals am Potsdamer Platz beteiligt. Wie hat Sie diese Zeit geprägt?
Die Arbeit am Potsdamer Platz war für mich eine prägende Phase. In enger Zusammenarbeit mit Renzo Piano entstand ein städtebauliches Ensemble, das bis heute Maßstäbe setzt. Aus dieser Zeit haben sich nicht nur wertvolle Partnerschaften entwickelt, sondern auch eine klare Haltung zur hochwertigen Architektur und Innenraumgestaltung, die meine Arbeit bis heute beeinflusst.
Heute sind Sie Partner bei Baumgarten Simon Architekten und realisieren zahlreiche Projekte. Woran arbeiten Sie aktuell?
Unser Büro ist breit aufgestellt. Wir realisieren Projekte in den Bereichen Büro- und Gewerbebauten, Wohnen, Gesundheit, Hotel sowie Medien und Entertainment. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Entwicklung maßgeschneiderter Raumlösungen, die sowohl funktional als auch atmosphärisch überzeugen.
Kommen wir zum Forum Tower am Potsdamer Platz. Sie waren für den Mieterausbau der von Bain & Company genutzten Flächen verantwortlich. Was waren die zentralen Anforderungen des Auftraggebers?
Bain hat uns mit der Planung von modernen, flexiblen Arbeitswelten beauftragt. Der Wunsch war klar: sogenannte Dual-Use-Räume, die sowohl konzentriertes Arbeiten als auch Kommunikation ermöglichen. Dazu gehörten Desksharing-Konzepte, offene Arbeitsbereiche mit Bench-Lösungen, Kreativräume, Rückzugsorte wie Fokusräume – vergleichbar mit kleinen Telefonzellen – sowie eine einladende Cafeteria. Gleichzeitig war eine definierte Anzahl an Arbeitsplätzen vorgegeben, die es optimal in die Fläche zu integrieren galt.
Wie haben Sie die Balance zwischen Open Space, Meetingräumen und Rückzugsorten gestaltet?
Die Balance entsteht durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel unterschiedlicher Raumtypen. Offene Flächen fördern Austausch und Dynamik, während geschlossene Räume gezielt Rückzug ermöglichen. Wichtig war uns, dass sich diese Bereiche nicht widersprechen, sondern ergänzen. So entstehen Arbeitswelten, die sowohl Kommunikation als auch Konzentration unterstützen.
Welche Anforderungen moderner Arbeitswelten standen für Sie im Fokus?
Flexibilität, Transparenz und Wohlbefinden. Moderne Büros müssen sich an unterschiedliche Arbeitsweisen anpassen können. Gleichzeitig spielt die Aufenthaltsqualität eine entscheidende Rolle – Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen und gerne vor Ort arbeiten.
Ein zentrales Element Ihrer Planung sind die Trennwandsysteme von Goldbach Kirchner. Warum haben Sie sich dafür entschieden?
Wir haben den Markt damals intensiv sondiert. Die Systeme von Goldbach Kirchner haben uns insbesondere durch die Kombination aus Transparenz und akustischer Leistungsfähigkeit überzeugt. Für uns war früh klar, dass das Ganzglas-Trennwandsystem T55 die richtige Lösung für dieses Projekt ist.
Welche Vorteile bietet das eingesetzte T55 System konkret?
Das rahmenlose Zweischeiben-System ermöglicht eine hohe visuelle Offenheit bei gleichzeitig exzellentem Schallschutz. Gerade in modernen Bürostrukturen ist diese Kombination entscheidend. Die Räume wirken großzügig und lichtdurchflutet, ohne auf akustische Qualität verzichten zu müssen.
Wie wichtig war Ihnen die Verbindung von Transparenz und Diskretion?
Das war ein zentraler Aspekt. Trotz der hohen Transparenz durch Glas entsteht in den Räumen kein Gefühl des Beobachtetwerdens. In Kombination mit textilen Belägen – insbesondere in den Fokusräumen – entsteht eine angenehme, geschützte Atmosphäre. Die Nutzer fühlen sich wohl und können sich gut konzentrieren.
Welche Rolle spielte das Thema Akustik bei Ihrer Entscheidung?
Eine sehr große. Gerade in offenen Arbeitswelten ist guter Schallschutz essenziell. Die eingesetzten Systeme erfüllen diese Anforderungen bis heute sehr zuverlässig. Das bestätigt auch das Feedback der Nutzer.
Wie haben Sie Materialien und Gestaltung aufeinander abgestimmt?
Die Trennwandrahmen wurden bewusst in Weiß gehalten, um sich an die Fassadengestaltung des Gebäudes anzulehnen. In Kombination mit Glas, hochwertigen Stoffen – unter anderem von Kvadrat – sowie Holzfußböden entsteht ein stimmiges, hochwertiges Gesamtbild. Die großzügige Geschosshöhe von 3,40 Metern verstärkt zusätzlich das Raumgefühl.
Wie wird die Fläche heute von den Nutzern angenommen?
Sehr gut. Insbesondere die 13. Etage erfreut sich großer Beliebtheit bei den Mitarbeitenden von Bain. Die Vielfalt der Räume und die Qualität der Umsetzung tragen maßgeblich dazu bei, dass die Arbeitsumgebung sowohl funktional als auch inspirierend ist.
Gebäudezertifizierung: DGNB Gold, Stadtquartier