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Objektbericht

Neubau Technologie- und Forschungszentrum

Technikum der Westsächsischen Hochschule Zwickau

WHZ Technikum, Zwickau

Das neue Technikum der Westsächsischen Hochschule Zwickau formuliert eine klare architektonische Haltung zwischen Funktionalität, Forschungsinfrastruktur und stadträumlicher Präsenz. Als vertikale Setzung mit einer Gebäudehöhe von 27 Metern markiert der Baukörper einen neuen Orientierungspunkt im städtischen Gefüge und bildet zugleich den Auftakt der zukünftigen „Straße der Wissenschaften “.

Textile Stukturen prägt das lebendige Fassadenbild

Die äußere Erscheinung wird maßgeblich durch eine plastisch modellierte Klinkerfassade geprägt. In ihrer wellenförmigen Ausformung interpretiert sie die Logik von Kett- und Schussfäden und übersetzt die textile Tradition des Standorts in ein zeitgenössisches architektonisches Motiv. Rund 300.000 Ziegel generieren dabei ein lebendiges Fassadenbild mit differenziertem Licht- und Schattenspiel.

Im Inneren organisiert sich das Gebäude über fünf Geschosse mit rund 4.000 m² Nutzfläche. Zentrales räumliches Element ist die 7,4 Meter hohe Maschinenhalle als offenes, flexibel bespielbares Volumen. Ein integriertes Stromschienensystem sowie rasterförmig angeordnete Medienanschlüsse ermöglichen eine variable Nutzung für Forschung und Lehre sowie die Aufstellung großformatiger Maschinen.

Die Obergeschosse differenzieren sich in funktionale Zonen

In den Ebenen Zwei bis Vier sind Flächen für textile Fertigungsprozesse sowie Labore für Chemie, Umwelt- und Verfahrenstechnik angeordnet. Das fünfte Obergeschoss bündelt administrative Nutzungen, Veredelungsbereiche und haustechnische Einrichtungen.

Die Anbindung an den Bestand erfolgt über einen transparenten Verbindungsbau, der zugleich als neuer Hauptzugang zum Ensemble fungiert und die interne Erschließung neu organisiert

Das Konzept vereint technische Präzision mit gleichzeitiger Zurückhaltung

Der Innenausbau folgt einem technisch präzisen und gleichzeitig gestalterisch zurückhaltenden Konzept. Zum Einsatz kommen modulare Glas- und Vollwandsysteme von Goldbach Kirchner. Das Trennwandsystem T34 mit Zweischeiben-Verglasung oder teilweise mit integrierten Brandschutzanforderungen T34 F30/EI30. Mittig angeordnete Brandschutzverglasungen sowie Vollwandkonstruktionen gewährleisten differenzierte Raumabschlüsse bei gleichzeitig hoher Transparenz.

Die Türsysteme sind funktional und farblich prägnant ausgebildet: Türzargen in RAL 6020 „Chromoxidgrün” setzen gezielte Akzente, während Türblätter in der Oberfläche Pfleiderer O19504 „Zucchini“ eine konsistente Materialität erzeugen. Türen mit und ohne Brandschutz erfüllen Schallschutzanforderungen von bis zu 42 dB, Vollwandkonstruktionen erreichen bis zu 51 dB. Ergänzende Vorwandinstallationen ermöglichen die verdeckte Führung technischer Leitungen und sichern eine klare, reduzierte Innenraumwirkung.

Mit dem Technikum entsteht ein leistungsfähiger Forschungs- und Lehrstandort, der technische Infrastruktur, funktionale Flexibilität und eine identitätsstiftende architektonische Sprache miteinander verbindet.

Produkte

Architekt, Planer
Neumann Architekten und Generalplaner GmbH, Plauen
Bauherr
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, NL Zwickau
Standort
Zwickau
Nutzfläche
4.000 m²
Fertigstellung
2016-2025
Fotos
Mirko Hertel
Goldbach Kirchner Profi Chat
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